Was Deutschlands Entscheidung zum bidirektionalen Laden jetzt für CPOs, Flotten und Hardware-Partner bedeutet

Einleitung
Deutschland hat den Weg frei gemacht für bidirektionales Laden. Die Bundesregierung hat die Doppelbelastung der Netzentgelte beim Wiederaufladen abgeschafft, die die Rückspeisung von Energie aus Elektrofahrzeugen bisher wirtschaftlich unattraktiv gemacht haben. Mit diesem Schritt wird V2G, also das bidirektionale Laden und Entladen, zum ersten Mal zu einer realistischen und finanziell sinnvollen Option. Die Regelung tritt zum 1. Januar 2026 in Kraft. Zusätzlich folgen ab 1. April 2026 die neuen MiSpeL-Prozesse, die V2G technisch und regulatorisch vereinfachen (u. a. kein zweiter Zähler erforderlich). Davon betroffen sind Betreiber öffentlicher Ladepunkte, Flotten und auch Hardware-Hersteller, die sich nun auf veränderte Erwartungen einstellen müssen.
Für Betreiber bedeutet dieser Beschluss vor allem eines: Sie werden künftig häufiger gefragt, ob ihre Ladepunkte und insbesondere ihr Backend in der Lage sind, bidirektionale Prozesse abzubilden. Gleichzeitig schaffen Flotten erstmals einen echten finanziellen Anreiz, Energie nicht nur zu beziehen, sondern bei geeigneten Rahmenbedingungen auch wieder ins Netz zurückzugeben.
Dieser Artikel zeigt, was sich konkret geändert hat, weshalb dieser Schritt gerade jetzt relevant ist, wie Hardware-Partner darauf reagieren könnten und an welchen Stellen sich die Neuerung mit Funktionen deckt, die vaylens bereits heute unterstützt.
Was sich jetzt konkret geändert hat
Bidirektionales Laden war in Deutschland lange ein theoretisches Thema. Zwar wird schon seit Jahren darüber gesprochen, doch die finanziellen Rahmenbedingungen standen realen Projekten im Weg. Die Doppelbelastung der Netzentgelte sorgte dafür, dass das Rückspeisen von Energie aus Fahrzeugen ins Netz für Betreiber nicht wirtschaftlich war. Rückgespeister Strom wurde wie normaler Verbrauch behandelt und beim anschließenden Nachladen erneut mit Netzentgelten belastet. Die Kosten hätten die potenziellen Einnahmen überstiegen.
Mit der neuen Entscheidung entfällt diese Barriere. Zum ersten Mal wird die Rückspeisung von Energie wirtschaftlich interessant. Der finanzielle Aufwand sinkt und damit steigt die Bereitschaft, praktische Anwendungen zu prüfen.
Das Ergebnis ist eine grundlegende Verschiebung in der Bewertung von V2G. Betreiber können reale Pilotprojekte ernsthaft in Betracht ziehen. Flotten können erstmals prüfen, ob die Rückspeisung in ihrer eigenen Energielogik sinnvoll ist. Hersteller haben einen klaren Anreiz, V2G fähige Geräte nicht nur zu entwickeln, sondern auch aktiv zu vermarkten. V2G wandert damit aus der Zukunftsperspektive in die unmittelbare Gegenwart.
Warum das für CPOs jetzt wichtig ist
Mit dem Wegfall der Netzentgelte verändert sich die Erwartungshaltung an Betreiber spürbar. Sie müssen häufiger beantworten, ob ihre Ladepunkte technisch V2G fähig sind und ob ihr Backend bidirektionale Profile überhaupt abbilden kann. Zusätzlich stellt sich die Frage, wie eine spätere Abrechnung aussehen könnte, wenn Energie sowohl bezogen als auch eingespeist wird.
Auch wenn Betreiber nicht sofort auf V2G umstellen müssen, reicht eine reine Abwehrhaltung nicht mehr. Es geht darum, vorbereitet zu sein. Das bedeutet unter anderem, die technische Ausstattung der Ladepunkte zu prüfen, die eigene Tariflogik auf Flexibilität zu bewerten und bereits jetzt zu überlegen, wie Rückspeisung langfristig in Abrechnungsmodelle eingebettet werden kann.
Kurz gesagt verändert die Entscheidung der Bundesregierung das Erwartungsmanagement. CPOs müssen nicht sofort handeln, aber sie müssen Antworten haben.
Warum V2G für Flotten interessant wird
Flotten profitieren besonders stark von den veränderten Rahmenbedingungen. Die meisten Fuhrparks verfügen über planbare Standzeiten, zentral gebündelte Fahrzeuge und klare Energiekostenstrukturen. Diese Kombination schafft ideale Voraussetzungen für die Nutzung von V2G.
Wenn die Kostenbarriere wegfällt, können Flotten prüfen, ob bidirektionales Laden ihnen hilft, Lastspitzen zu reduzieren oder Energiebezugskosten zu senken. Auch mögliche Zusatzerlöse durch Rückspeisung können ein Thema werden. All das hängt jedoch davon ab, ob das Backend in der Lage ist, Ladeprioritäten, Nutzergruppen, Tariflogiken und Lastmanagement intelligent zu steuern.
Mit der neuen Regelung entsteht also eine neue Erwartungshaltung an CPMS Systeme, die V2G zwar nicht sofort vollständig unterstützen müssen, aber strukturell darauf vorbereitet sein sollten.
Wie Hardware-Partner reagieren
Die Entscheidung der Bundesregierung wird auch die Herstellersicht verändern. Für viele Hardware-Partner ist sie ein klarer Impuls, V2G fähige Geräte stärker in den Fokus zu rücken. Es ist zu erwarten, dass die Kommunikation rund um V2G Readiness zunimmt und dass Hersteller das Thema aktiver gegenüber Betreibern adressieren.
Parallel dazu steigen die Anforderungen an CPMS Systeme. Wenn Energie nicht nur bezogen, sondern perspektivisch auch zurückgespeist wird, werden Steuerungsfunktionen und Datenhandling wichtiger. Zudem werden Roaming-Partner das Thema früher diskutieren, weil eine mögliche Rückspeisung in Zukunft Auswirkungen auf Ladesessions und Tariflogik haben könnte. Auch wenn das heute noch nicht umgesetzt wird, beginnt der Austausch darüber jetzt.
Wie sich das mit dem deckt, was vaylens heute schon bietet
Vollständiges V2G Management gehört heute noch nicht zum Funktionsumfang von vaylens. Dennoch bringt die Plattform zentrale technische Grundlagen mit, die eine spätere Integration unterstützen können.
Ladeverhalten und Sessions
vaylens steuert Ladevorgänge, Prioritäten und Regelwerke bereits heute im operativen Alltag. Diese Logik bildet die Basis für spätere bidirektionale Profile.
Tarife
vaylens unterstützt energiebasierte, zeitbasierte und dynamische Tarife. Falls Rückspeisung neue Tarifarten erfordert, kann diese Struktur erweitert werden.
Zugang
vaylens verwaltet, wer wann laden darf. Dieses Prinzip lässt sich auch auf das Entladen und Einspeisen übertragen.
Lastmanagement
vaylens bietet intelligentes Lastmanagement. Da V2G die gleiche Logik nutzt, nur mit umgekehrtem Energiefluss, ist eine spätere Erweiterung möglich.
Hardwareintegration
vaylens arbeitet mit Protokollen wie OCPP und mit vielen Herstellern zusammen. Sobald mehr V2G fähige Geräte auf dem Markt verfügbar sind, wird langfristig OCPP 2.0.1 relevant werden. Die Schnittstelle kann dann entsprechend weiterentwickelt werden.
Für Betreiber bedeutet das: Die technische Grundlage ist vorhanden, um V2G künftig strukturiert einzubinden.
Der Weg nach vorn
Deutschland setzt mit dem Wegfall der Netzentgelte ein starkes Signal. Der Schritt könnte die Diskussionen in weiteren europäischen Ländern beschleunigen und die Entwicklung in Richtung V2G vorantreiben. Betreiber sollten diese Dynamik nutzen, um zu zeigen, dass sie technisch und organisatorisch auf eine Zukunft mit bidirektionalem Laden vorbereitet sind.
Auch wenn niemand sofort umstellen muss, steigt der Bedarf an Orientierung. Betreiber, Flotten und Hardware-Partner werden sich ab sofort intensiver mit dem Thema beschäftigen. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, klare Positionen zu formulieren und Prozesse so zu gestalten, dass zukünftige Anforderungen nicht überraschend kommen.
Fazit und Key Takeaways
Die Abschaffung der Netzentgelte macht bidirektionales Laden in Deutschland erstmals wirtschaftlich interessant. Ab 2026 entsteht ein vollständiger regulatorischer Rahmen (EnWG + MiSpeL). Damit steigen die Anforderungen an Betreiber, Flotten und Hardwarehersteller.
Wichtigste Erkenntnisse:
- V2G wird erstmals finanziell attraktiv
- CPOs müssen Fragen zu V2G Readiness beantworten können
- Flotten erhalten neue potenzielle Einspar- und Einnahmemöglichkeiten
- Hersteller werden V2G fähige Produkte stärker in den Fokus rücken
- vaylens bringt bereits heute die technischen Grundlagen mit, um V2G künftig strukturiert einzubinden
Nimm Kontakt mit uns auf, um deine Ladeinfrastruktur auf die nächsten Schritte vorzubereiten und gemeinsam zu prüfen, wie du V2G künftig sinnvoll in deine Betriebsprozesse einbinden kannst.
FAQs
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